KI-Texte aus ChatGPT: warum das nach hinten losgeht

Text in Sekunden, ohne Aufwand, direkt online. So machen es gerade unzählige Websites. Und genau davon raten wir dringend ab. Hier ist, warum, und wie es richtig geht.

Es ist verlockend: Man gibt ChatGPT ein Stichwort, bekommt in Sekunden einen fertigen Text und übernimmt ihn einfach direkt auf die Website. Kein Schreiben, keine Kosten, kein Aufwand. Genau so machen es gerade unzählige Websites. Und genau davon raten wir dringend ab. Nicht, weil KI schlecht wäre, wir nutzen sie selbst täglich, sondern weil das ungefilterte Übernehmen von KI-Texten einer der sichersten Wege ist, sich bei Google zu schaden. Hier ist, warum.

Google straft Massencontent ab, egal ob von Mensch oder Maschine

Im März 2024 hat Google den sogenannten Scaled Content Abuse offiziell als Spam definiert. Gemeint sind Seiten, die in kurzer Zeit massenhaft Inhalte veröffentlichen, ohne dass dahinter echtes Wissen oder echte Arbeit steckt. Wichtig dabei: Google unterscheidet ausdrücklich nicht zwischen menschlich und maschinell geschriebenem Text. Es geht nicht darum, ob KI im Spiel war, sondern ob der Inhalt einen echten Mehrwert liefert.

Mit dem Spam-Update im Juni 2026 hat Google die Durchsetzung dieser Regel weiter verschärft. Die Suchmaschine erkennt minderwertige, beliebig produzierte Inhalte immer zuverlässiger. Wer seine Website mit ungeprüften KI-Texten füllt, läuft also direkt in eine Richtlinie hinein, die Google aktiv durchsetzt. Das Ergebnis kann ein deutlicher Sichtbarkeitsverlust sein, der sich nur mühsam wieder beheben lässt.

Das eigentliche Problem: KI-Texte haben keine Substanz

Ein Sprachmodell wie ChatGPT erzeugt Texte, indem es vorhersagt, welches Wort wahrscheinlich als Nächstes kommt. Es greift dabei auf das zurück, was es aus Trainingsdaten gelernt hat. Das führt zu sprachlich glatten, oft erstaunlich überzeugenden Texten, die aber ein grundsätzliches Problem haben: Sie enthalten kein echtes, eigenes Wissen. Keine eigene Erfahrung, keine eigenen Daten, keine konkreten Beispiele aus der Praxis. Sie wiederholen, mehr oder weniger geschickt, was ohnehin schon überall steht.

Genau das ist es, was Google heute abwertet. Die Suchmaschine sucht nach dem, was sie Information Gain nennt, also nach einem echten Informationsvorsprung. Ein Text, der nichts Neues bietet und nur Bekanntes umformuliert, hat es schwer. Und KI-Systeme produzieren von Natur aus genau solche Texte, weil sie nichts wissen, was nicht schon irgendwo stand.

E-E-A-T: Google fragt, wer dahintersteht

Ein zentrales Konzept bei Google heißt E-E-A-T: Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Google bewertet zunehmend, wer hinter einem Inhalt steht und ob diese Person oder Firma wirklich Ahnung vom Thema hat. Besonders der erste Buchstabe, die Erfahrung, ist im Zeitalter der KI wichtig geworden. Denn jeder kann sich von ChatGPT einen Text schreiben lassen, aber echte, gelebte Erfahrung kann eine KI nicht erfinden.

Genau hier kommen die E-E-A-T-Signale ins Spiel. Ein reiner KI-Text hat keinen Autor mit echter Expertise, keine persönliche Handschrift, keine Erfahrung aus der Praxis. Damit fehlt ihm genau das, was Google immer stärker belohnt. Eine Website, die nur aus solchen Texten besteht, sendet das Signal: Hier steht niemand dahinter, der wirklich etwas zu sagen hat.

Wie man KI richtig einsetzt

Das alles heißt nicht, dass du auf KI verzichten musst. Es kommt darauf an, wie du sie einsetzt. KI ist ein hervorragendes Werkzeug, wenn sie die richtige Aufgabe übernimmt. Sie kann recherchieren, welche Fragen rund um ein Thema auftauchen. Sie kann eine Struktur vorschlagen. Sie kann einen ersten Rohentwurf liefern, der dir das leere Blatt erspart. Sie kann Texte auf Verständlichkeit prüfen.

Der entscheidende Schritt kommt aber danach: Ein Mensch muss den Text übernehmen, prüfen, korrigieren und vor allem mit echtem Wissen anreichern. Eigene Erfahrungen, konkrete Beispiele aus der Praxis, eigene Einschätzungen, Zahlen, die nur du hast. Genau das macht aus einem generischen KI-Entwurf einen Inhalt mit Substanz. So nutzen wir KI auch selbst: als Beschleuniger für die Fleißarbeit, nicht als Ersatz für Können. Mehr dazu auf unserer Seite zur SEO-Automatisierung.

Die ehrliche Rechnung

Auf den ersten Blick spart der KI-Text Zeit und Geld. Auf den zweiten Blick ist er oft das teuerste, was du tun kannst. Denn entweder rankt er gar nicht und war damit umsonst, oder er zieht im schlimmsten Fall deine ganze Website mit nach unten, wenn Google das Muster als Massencontent erkennt. Die Zeit, die du beim Schreiben sparst, zahlst du beim Reparieren doppelt zurück.

Unser Rat ist deshalb klar: Nutze KI als Hilfsmittel, aber veröffentliche niemals ungeprüften, ungefilterten KI-Text. Investier die gesparte Zeit lieber in das, was den Unterschied macht, nämlich echtes Wissen und eigene Erfahrung in deine Inhalte zu bringen. Genau dafür interessiert sich Google, und genau das kann keine Maschine für dich erfinden. Wenn du unsicher bist, ob deine Inhalte diese Substanz haben, schauen wir im Rahmen einer kostenlosen Analyse gern drüber.

Wie ein guter Arbeitsablauf mit KI aussieht

Damit das nicht zu abstrakt bleibt, hier ein Ablauf, der funktioniert. Zuerst nutzt du die KI für die Recherche: Welche Fragen stellen sich Menschen zu deinem Thema, welche Unterthemen gehören dazu? Dann lässt du dir eine mögliche Struktur vorschlagen und prüfst sie kritisch. Erst danach entsteht ein Rohentwurf, entweder von dir oder als KI-Vorschlag, den du als Ausgangspunkt nimmst.

Der entscheidende Schritt kommt zum Schluss: Du überarbeitest den Text gründlich, streichst Floskeln, korrigierst Ungenauigkeiten und reicherst ihn mit dem an, was nur du hast. Eigene Erfahrungen, konkrete Beispiele aus deinem Alltag, eigene Zahlen und Einschätzungen. Genau das verwandelt einen austauschbaren Entwurf in einen Inhalt mit Substanz, den Google und Leser zu schätzen wissen.

Die Falle der falschen Fakten

Ein weiterer Grund zur Vorsicht: KI-Systeme erfinden gelegentlich Fakten, die überzeugend klingen, aber schlicht falsch sind. Wer KI-Text ungeprüft veröffentlicht, riskiert, Fehlinformationen auf seiner Website zu haben, die das Vertrauen der Leser und damit auch das von Google untergraben. Eine sorgfältige menschliche Prüfung ist also nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Glaubwürdigkeit.

Oliver Misch
Oliver Misch Geschäftsführer der medienplus GmbH und Kopf hinter SEOMAGIE. Schreibt über Suchmaschinenoptimierung, KI in der Suche und ehrliches Online-Marketing.

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