Keyword-Recherche: die richtigen Begriffe finden

Wer auf die falschen Begriffe setzt, optimiert ins Leere. Der Schlüssel ist nicht das Suchvolumen, sondern die Absicht hinter einer Suche. So findest du, was wirklich zählt.

Keyword-Recherche ist der Punkt, an dem gute und schlechte Suchmaschinenoptimierung sich trennen. Wer auf die falschen Begriffe setzt, kann noch so viel Aufwand betreiben, es wird wenig bringen. Wer die richtigen findet, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg. Der wichtigste Begriff dabei ist nicht das Suchvolumen, sondern die Suchintention, die Absicht hinter einer Suche. Sie schlägt das reine Volumen fast immer. Schauen wir uns an, warum das so ist und wie man es richtig macht.

Warum Suchvolumen allein in die Irre führt

Der naheliegende, aber gefährliche Reflex bei der Keyword-Recherche ist, nach den Begriffen mit dem höchsten Suchvolumen zu greifen. Klingt logisch: viele Suchen, viel Potenzial. In der Praxis ist es oft das Gegenteil. Begriffe mit hohem Volumen sind meist allgemein, hart umkämpft und ziehen Besucher an, die noch weit von einer Entscheidung entfernt sind.

Ein Beispiel: Ein Steuerberater könnte auf den Begriff "Steuern" optimieren wollen, weil der oft gesucht wird. Aber wer "Steuern" eintippt, will vielleicht eine Definition, einen Steuerrechner oder Nachrichten, nur selten einen Berater beauftragen. Wer dagegen "Steuerberater für Selbstständige Bonn" sucht, hat eine klare Absicht und steht kurz vor einer Anfrage. Weniger Suchvolumen, aber ungleich wertvoller.

Die vier Arten der Suchintention

Suchanfragen lassen sich grob in vier Absichten einteilen. Bei der informationalen Absicht will jemand etwas wissen oder verstehen, etwa "wie funktioniert SEO". Bei der navigationalen Absicht sucht jemand eine bestimmte Website oder Marke. Bei der kommerziellen Absicht vergleicht jemand und sammelt Informationen vor einer Entscheidung, etwa "beste SEO-Agentur". Und bei der transaktionalen Absicht will jemand handeln, kaufen oder beauftragen, etwa "SEO-Agentur beauftragen".

Diese Unterscheidung ist deshalb so wichtig, weil sie bestimmt, welche Art von Inhalt überhaupt passt. Auf eine informationale Suche gehört ein Ratgeber, der erklärt. Auf eine transaktionale gehört eine Seite, die zur Handlung führt. Wer beides verwechselt, etwa eine reine Verkaufsseite für eine Wissensfrage anbietet, wird nicht ranken, weil der Inhalt nicht zur Absicht passt.

Wie man die richtigen Begriffe findet

Eine gute Recherche beginnt damit, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen. Welche Fragen stellt sie sich? Welche Probleme will sie lösen? Welche Wörter benutzt sie dabei, und zwar ihre eigenen, nicht deine Fachbegriffe? Oft reden Unternehmen über ihre Leistungen in einer Sprache, die ihre Kunden gar nicht verwenden.

Hilfreich sind die Vorschläge, die Google selbst macht: die automatische Vervollständigung im Suchfeld, die verwandten Suchanfragen am Ende der Ergebnisseite und der Bereich mit den häufig gestellten Fragen. Sie zeigen direkt, wonach Menschen wirklich suchen und welche Fragen zusammengehören. An dieser Stelle hilft auch KI, große Mengen an Suchanfragen und verwandten Fragen schnell zu sichten und Muster zu erkennen. Die Entscheidung, welche davon für dein Geschäft wertvoll sind, bleibt aber eine menschliche, weil sie von deinem Angebot und deinen Margen abhängt.

Themencluster statt Einzelbegriffe

Moderne Keyword-Recherche denkt nicht in einzelnen Begriffen, sondern in Themen. Google bewertet inzwischen, ob eine Website ein Thema umfassend abdeckt, das nennt sich Topical Authority. Statt also für jeden einzelnen Begriff eine eigene Seite zu bauen, gruppiert man verwandte Begriffe und Fragen zu Themenclustern und deckt sie zusammenhängend ab, auf einer ausführlichen Seite oder über mehrere verbundene Seiten.

Das passt auch zur Funktionsweise der KI-Suche, die eine Frage in viele Unterfragen zerlegt. Wer ein Thema rund und vollständig behandelt, punktet bei Google und bei KI-Systemen gleichermaßen. Wie man solche Inhalte aufbaut, vertiefen wir im Artikel über Content, der rankt.

Realistisch bleiben bei der Konkurrenz

Ein letzter, wichtiger Punkt: Nicht jeder Begriff ist erreichbar. Bei stark umkämpften Begriffen konkurrierst du mit etablierten Websites, die seit Jahren Autorität aufgebaut haben. Als kleineres Unternehmen frontal gegen sie anzutreten, ist selten erfolgversprechend. Klüger ist es, die Nischen und spezifischeren Begriffe zu besetzen, die die großen Wettbewerber vernachlässigen. Dort sind die Chancen real, und die Besucher sind oft sogar wertvoller, weil ihre Suche konkreter ist.

Die Grundlage für alles Weitere

Eine durchdachte Keyword-Recherche ist die Basis jeder erfolgreichen Optimierung. Sie sagt dir, welche Inhalte du überhaupt erstellen solltest und in welcher Reihenfolge. Ohne sie optimiert man ins Blaue hinein und produziert womöglich Texte, die niemand sucht. Deshalb steht sie bei uns am Anfang jeder SEO-Strategie.

Wenn du wissen willst, für welche Begriffe deine Website schon rankt und wo die größten ungenutzten Chancen liegen, schauen wir uns das gern an. Im Rahmen einer kostenlosen Analyse zeigen wir dir, welche Begriffe für dein Geschäft wirklich wertvoll sind und wo du mit überschaubarem Aufwand am meisten erreichst.

Ein einfaches Beispiel aus der Praxis

Nehmen wir an, du betreibst eine Gärtnerei. Der Begriff "Garten" wird massenhaft gesucht, ist aber wertlos für dich, weil dahinter alles Mögliche stecken kann, von Gartenmöbeln über Gartenarbeit bis zu Gartenfotos. Spezifischere Begriffe wie "Gärtner für Heckenschnitt in der Nähe" haben weniger Volumen, aber eine glasklare Absicht: Da sucht jemand genau deine Leistung. Genau auf solche Begriffe lohnt sich die Optimierung, weil sie nicht irgendwelche Besucher bringen, sondern potenzielle Kunden.

Dieses Muster wiederholt sich in fast jeder Branche. Die dicken, allgemeinen Begriffe sind hart umkämpft und unspezifisch, die konkreteren bringen weniger, aber wertvollere Besucher. Wer das verstanden hat, hört auf, dem Suchvolumen hinterherzulaufen, und fängt an, auf die Absicht zu schauen.

Recherche ist nie ganz fertig

Suchverhalten verändert sich, neue Begriffe und Fragen entstehen, ganze Themen kommen auf. Deshalb ist eine Keyword-Recherche keine einmalige Aufgabe, sondern etwas, das man regelmäßig auffrischt. Was vor einem Jahr wertvoll war, kann heute überholt sein, und neue Chancen warten oft dort, wo gerade erst Interesse entsteht und die Konkurrenz noch schläft.

Oliver Misch
Oliver Misch Geschäftsführer der medienplus GmbH und Kopf hinter SEOMAGIE. Schreibt über Suchmaschinenoptimierung, KI in der Suche und ehrliches Online-Marketing.

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